Archiv für Mai 2010

Nächstes Treffen am 8.6.2010 – Thema Entwicklung der Kämpfe (und der Krise) in Griechenland

Wir wollen anhand der Artikel „Kritische und erstickende Zeiten“ und „Hier steht nur noch eine Abrechnung aus: unsere Abrechnung mit dem Kapital und seinem Staat“ der griechischen Gruppe TPTG und weiteren Informationen aus und über Griechenland (siehe auch auf diesem Blog und unter der Kategorie ‚Griechenland‘) das Verhältnis zwischen Kämpfen und Krise diskutieren. Damit kehren wir wieder zum Thema Griechenland zurück und sind ganz eng am Thema des Diskussionszyklus „Krise und Kämpfe“.

Dienstag 8.6.2010 um 19:30 Uhr
(Ausnahmsweise am 2. Dienstag des Monats!)
Mehringhof (Blauer Salon)
Gneisenaustr. 2a
U-Bahnhof Mehringdamm (U6/U7)

Die historische Phase nach dem Fall der Diktatur (1974) geht zu Ende

folgenden Artikel vom Agis Stinas Blog möchten wir dokumentieren:

Um die Bedingungen vor denen die derzeitigen Kämpfe in Griechenland stattfinden besser zu verstehen, haben wir einen Genossen aus Athen gebeten auf die vorangegangene Zeit einzugehen. Dabei wendet er sich deutlich gegen den in der griechischen Linken weit verbreiteten Nationalismus. Die Kritik des Nationalismus ist die Grundlage einer internationalistischen Position. Als zweiten Punkt betont er, dass die Antwort auf dem Klassenterrain noch ausbleibt und gerade der tragische Tod der drei Bankangestellten die Sackgasse der »Militarisierung« des Straßenkampfs aufzeigt.

Die historische Phase nach dem Fall der Diktatur (1974) geht zu Ende

Die aktuelle Umwälzung scheint plötzlich zu verlaufen, obwohl ihre Ursachen in den sozialen Entwicklungen/Verhältnisse der vorherigen Jahr(-zehnt)e liegen. Diese Phase bestand einerseits aus finanzieller Aufwertung und anderseits geopolitischem Aufstieg Griechenlands. Das veränderte die ganze Gesellschaft aus materieller und ideologischer Sicht: Reichtum war nicht mehr verpönt und eine breite soziale Arroganz wurde von einer Wende nach rechts begleitet. (mehr…)

Der Streik der ägyptischen Fischereiarbeiter in Griechenland

folgenden Artikel aus der nächsten Wildcat dokumentieren wir:

In Nea Michaniona, einem Dorf in der Nähe von Thessaloniki (Nordgriechenland), fand von Januar bis April 2010 ein Streik der Fischereiarbeiter aus Ägypten statt. Die meisten von ihnen arbeiten seit 25 Jahren in Griechenland. Aufgrund einer Vereinbarung zwischen Ägypten und Griechenland aus den 1980er Jahren werden sie mit Acht-Monats-Verträgen (vom 1. Oktober bis 31. Mai) angestellt. In der Branche gibt es aufgrund der starken Arbeitsintensivierung sehr viele Arbeitsunfälle. Im November 2009 ertrank ein Arbeiter bei der Arbeit auf einem Boot. (mehr…)

Kritische und erstickende Zeiten (TPTG)

Ein Bericht über die Demonstrationen in Athen vom 5. und 6. Mai sowie einige allgemeine Gedanken zur gegenwärtigen kritischen Situation der Bewegung in Griechenland [Übersetzung: FreundInnen der klassenlosen Gesellschaft

Obwohl sich der akute fiskalpolitische Terrorismus zurzeit mit ständigen Drohungen eines unmittelbar bevorstehenden Staatsbankrotts und „notwendigen Opfern“ von Tag zu Tag verschärft, war die Antwort des Proletariats unmittelbar vor der Verabschiedung neuer Austeritätsmaßnahmen im griechischen Parlament beeindruckend. Es war vermutlich die größte Demonstration von Arbeitern seit dem Ende der Diktatur, größer noch als die im Jahr 2001, die zum Ergebnis hatte, dass eine geplante Rentenreform zurückgezogen wurde. Nach unseren Schätzungen waren im Athener Stadtzentrum mehr als 200.000 und im Rest des Landes weitere 50.000 Demonstranten auf der Straße. (mehr…)

Hier steht nur noch eine Abrechnung aus: unsere Abrechnung mit dem Kapital und seinem Staat

Ein Bericht über die aktuellen Kämpfe in Griechenland

In Krisenzeiten – wie in der aktuellen Überakkumulationskrise – entwickeln die Kapitalisten mit Hilfe einer Politik der »Staatsverschuldung« neue Methoden, die Ausbeutung zu verschärfen. Während der kapitalistischen Aufschwünge steigt die private Verschuldung, während des Abschwungs steigt die »Staatsverschuldung«. Private Investitionen in staatliche Schatzbriefe sichern Profite, die als Zinszahlungen aus der direkten und indirekten Besteuerung der ArbeiterInnen abgepresst werden und letztlich das Bankenkapital stärken. Anders als gewöhnlich behauptet stellen »Staatsschulden« daher eine Hilfe für das Privatkapital dar und schlagen für dieses als Profite zu Buche. (mehr…)